Gibt es sie eigentlich, die ultimative Tragehilfe?

Tja, gibt es sie nun, die ultimative Tragehilfe? Die Trage, die jedem passt? Die Trage, in der jedes Baby sich wohl fühlt? Die Trage, die von Geburt bis Ende der Tragzeit immer passt? 

 

Wer sucht sie nicht, die eierlegende Wollmilchsau?


Immer wieder stoße ich bei Trageberatungsanfragen und der Erstellung meines optimalen Sortiments auf die Frage, welche Trage möglichst Mama und Papa passt, sowohl für Minibaby als auch Kleinkind geeignet und dazu auch noch vorn wie hinten bequem und einfach anzulegen ist. 

 

Auch in einem unserer Trageberatungsforen wurde letztens gefragt, welche Tragehilfen bei den jeweiligen Kolleginnen als non-plus-ultra gelten. Und tatsächlich kristallisierten sich eine, maximal zwei Hand voll Tragen heraus, die eigentlich fast immer passen. Obwohl auch da wieder die unterschiedlichen Tragebedürfnisse und Größenverhältnisse beachtet werden müssen. 

 

Es ist halt auch einfach Geschmackssache, ob ich lieber knote oder schnalle. Hat die Frau viel Busen oder der Papa vielleicht Rückenprobleme, ist die Frage nach der ultimativen Trage auch wieder schwierig. Und selbst wenn es die ultimative Tragehilfe gäbe, scheitert es womöglich noch am Design... Und technisch ist es auch einfach schwierig umzusetzen, dass ein Rückenteil oder ein Steg von Kleidergröße 50 bis womöglich 98 oder noch größer passt. Also selbst wenn eine Trage alle Komponenten gut abdeckt und fast jedem gut und bequem passt, muss meistens dann noch auf mindestens zwei Größen zurückgegriffen werden - Baby und Toddler.

 

Also bisher kann ich festhalten, dass es schon Tragehilfen gibt, die fast immer gut passen. Aber eben nur fast. Daher stellen wir Trageberaterinnen vor dem Trageberatungstermin ja auch immer so viele komische Fragen. Weil wir immer wieder feststellen, dass gewisse Tragen für gewisse Situationen gut oder nicht gut geeignet sind. 

 

Und jetzt werden sicher viele Tragetuch-Fans schreien und sagen:"Aber das Tragetuch passt doch jedem Baby und jedem Träger - vorn wie hinten!" Jaa... Schon... Aber ultimativ ist es damit leider auch nicht. Denn nicht jeder traut sich an das Knotenwirrwarr heran oder hat manchmal vielleicht auch einfach zwei linke Hände. Und auch wiederum nicht jedes Baby hat die unbändige Geduld um Mamas und Papas übende Hände erst einmal auszuhalten bis alles sitzt. Manche Babys mögen es eben auch gern unkompliziert. Bedürfnisse wie Müdigkeit hinten an zu stellen um ein optimales Bindeergebnis zu erzielen zählen eben nicht unbedingt zu Babys Stärken. ;-) Und wer ein müdes weinendes Baby selbst als Geübter schonmal versucht hat in ein Tuch zu binden weiß wovon ich rede. Da nehm ich im Zweifel auch lieber schnell ne Tragehilfe.

 

Zurück zu den Tragehilfen...

 

Nicht umsonst buhlen schließlich auch die Hersteller darum, die beste Tragehilfe zu entwickeln. Weil es einfach so verdammt schwierig, wenn gar unmöglich, ist allen Anforderungen gleichsam recht zu werden. Und schlussendlich bin ich eigentlich auch froh, dass es hier keine pauschale Lösung gibt, sonst wäre unser Beruf sicher nur noch halb so wichtig!

 

Und "by the way", hab ich nichtmal für mich selbst die ultimative Tragehilfe gefunden... ;-) Ich wechsle (dank meinem Beratungsequipment) auch je nach Tagesform und Tragesituation. Und Mann übrigens auch. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0